Sonntag, 19. August 2012

Also erst mal eine tolle Feststellung, wir haben bis jetzt 1379 Seitenaufrufe und dafür möchten wir euch danken.

So, der Motor lässt auf sich warten und so nutzen wir jede Möglichkeit des sinnvollen Zeitvertreibs.
Wir haben uns heute zu einem anderen Oldtimertreffen mit Klaus Müller getroffen, das Foto mit Klaus müssen wir nachreichen.
Jedenfalls war es gänzlich anders als das Treffen in Valla mit den VW`s. Hier waren nicht über 500 sondern vielleicht 250, aber ist auch schon toll.
Bei der Gelegenheit habe ich mir ein anderes Fahrzeug kaufen wollen, aber bis ich mich entschieden hatte waren sie alle schon weg. So muss ich nun weiter auf den Motor für`s Kamel warten.




Übrigens, der Roller mit dem Beiwagen ist ein "Heinkel" !!!!
Schon mal gehört dass Heinkel in Deutschland Roller gebaut hat?

Freitag, 17. August 2012

Valla - Sonne, Strand und Volkswagen


Superlative - wer kennt dieses inflationär und meist nur mit Übertreibung gebrauchte Worte nicht, und wem gehet es nicht auch manchmal auf die Nerven. Aber: wir haben sie erlebt. Oder sind über 500 zumeist alte Volkswagen auf einem Zeltplatz, ein 2 km langer Konvoi über einen stark befahrenen Highway und eine komplett für diese VW gesperrte Innenstadt (sowas kennt man doch sonst nur von der Sicherheitsonferenz in München) etwas anderes als ein ganz besonderer Superlativ? Aber was wäre die Steigerung dieses Superlatives gewesen? Na klar! Unser Kamel, mit deutschem Nummernschild und deutsch beflaggt ganz vorn im Konvoi mit Preußens Gloria!

Aber der Reihe nach. Vor etwa 38 Jahren fand das erste VW-Liebhaber Treffen in Valla Beach statt. Es war damals nur für einen Nachmittag und die Resonanz eher mittelmäßig. Dennoch wurde dieses Szenetreffen im zwei Jahres Rhythmus fortgesetzt und gewann nicht nur an Teilnehmern sondern auch an Dauer. 2012 waren wie gesagt etwa 500 Volkswagenliebhaber mit ihren Prunkstücken vor Ort und haben 4 Tage gefeiert, sich ausgetauscht und einander kennengelernt.

Mittwoch Nachmittag haben wir uns in aller Eile fertig gemacht und sind in völliger Hast abgefahren. Uns stand schließlich noch ein 6-7 Stunden langer Trip bevor. Zum Glück nordwärts, ins Warme! Steve Müller, unser Schutzengel, hat uns einen T5 Transporter geliehen und ein Zelt dazu - na klar! Die Fahrt war gut und wir sind ohne Zwischenfälle gegen halb elf in Valla angekommen. Dunkel war´s, der Mond schien helle - doch das Zelt stand nicht in Blitzes schnelle! Verdammt nochmal, das Gras war sacknass und es war nur knapp über null Grad - und wir haben 2 Stunden in der Dunkelheit gebraucht um das Zelt aufzustellen. Völlig frustriert haben wir dann festgestellt, dass unser Stromkabel einen halben Meter zu kurz war! Also das ganze Zelt einen halben Meter verschieben ohne es einzuschmeißen. Hat gerade so geklappt und wir waren zufrieden, dass es halbwegs grade stand. Der Rest war uns egal. Am nächsten Morgen dann die schlechte Nachricht: wir müssen umziehen. Im Hellen stand das Zelt dank unserer nächtlichen Trainingseinheit dann aber in 10 Minuten!

Anschließend ging es zur Rennstrecke! An diesem Tag haben sich die Rennfahrer auf den großen Rennfreitag vorbereitet. Das war ein Spektakel: herrliche Rennkäfer und Steve Müller natürlich als Exot mit einem T2!


An der Strecke haben wir dann auch Paul kennengelernt. Ein netter Kerl aus Newcastle. Er färt einen T3 Syncro und sein zweites zu Hause ist die Wüste. Da hat er genug Gelegenheit seinen Syncro (mit 3 Differenzialsperren!) auszufahren. Am nächsten Tag sollte er auch genug Gelegenheit dazu haben. Es stand nämlich die Syncroausfahrt ins Gelände an. Jürgen sollte bei Hartmut, den wir bis dahin nur über das Telefon kannten, mifahren und Hannes bei Paul. Vor lauter Vorfreude hätte dieser Mittwoch also nicht schnell genug vorübergehen können. Aber wir waren ja auch noch mit Jim und Jill verabredet und Markus Muller wollte an diesem Tag auch noch ankommen, und wir mussten natürlich noch Hartmut und die anderen Syncro-Fahrer kennenlernen und mit Steve Müller und seiner Mannschaft ein Bierchen trinken ... Am nächsten morgen nach dem Frühstück geing es dann los. 10 Syncros, darunter ein T2 BJ 79. Irgedwie hatten wir in Erinnerung, dass es nur 2-3 Stunden gehen sollte. Es dauerte aber den ganzen Tag und wir waren erst um 4 zurück in Valla. Dazwischen haben wir aber gelernt, dass Autos, die wie Ziegelsteine geformt sind, zwar nicht übermäßig schnell fahren, aber dafür ausgezeichnete Kletterer sein können! Schmale Wege, die man wegen der Steilheit und dem staubigen Untergrund kaum hochlaufen konnte, sind die mal mehr mal weniger mühelos einfach hochgefahren. Das war beeindruckend!



Am Samstag stand dann der Konvoi an. Von Valla nach Numbucca Heads. Zuerst hat man uns den Highway gesperrt und dann die Hauptstraße durch
Numbucca Heads. Dazu bestes Sommerwetter, wie wir es in Deutschland schon gar nicht mehr kennen, so richtig mit Sonne und warm! Und dann all diese Volkswagen ... lassen wir einfach die Bilder sprechen ...











Am Sonntag war dann nochmal Autoschau mit ein bischen gucken, quatschen und Ersatzteile schachern. Dabei haben wir Klaus Müller kennengelernt, der uns auch eingeladen hat, genauso wie Phil und Joan Lander, Bruce und ein paar andere nette Leute ...
Abends gab es dann einen Dokumentarfilm über den Bulli, genannt: "The Bus" und ein herrliches Abschlussfeuerwerk. Damit war dann das VW Spectakel 2012 offiziell beendet - wir hätten gern noch ein paar Wochen drangehangen.
Montag daher etwas gedrückte Stimung zum Abschied von all den lieben Leuten die wir kennengelernt haben und zur Abreise. Einen Lichtblick gab es aber: eine wildfremde Frau hat uns noch schnell die Adresse eines deutschen Mechanikers in Tuncurry gegeben, der vor 2 Jahren mit seiner Familie nach Australien  ausgewandert war.

Auf dem Weg nach Tuncurry haben wir dann aber schnell nochmal in Port Maquarie bei Hartmut angehalten. Wir konnten es uns allerdings nicht verkneifen, vorher noch zu einer deutschen Bäckerei zu fahren und schönen Kuchen zu kaufen! Ohne wollte wir nicht bei Hartmut aufschlagen. Dementsprechend wurden wir dann auch von ihm und seiner Frau Elke empfangen und es sollte ein etwas längerer Nachmittag werden. Wir mussten uns also sputen, um noch rechtzeitig nach Tuncurry zu kommen. Und siehe da, Martin, der Mechaniker aus München, war schon nicht mehr in seiner Werkstatt. In der Tankstelle nebenan haben wir aber glücklicherweise eine Visitenkarte von ihm bekommen.

Wir also den guten Martin angerufen. Eine knappe Stunde später, es wurde schon dämmrig, standen wir in seinem Garten und taten das, worin wir schon routiniert waren: Zelt aufbauen! Abends haben wir dann lange mit Isabel und Martin auf der Terasse gesessen und geplaudert. Über das Leben in Australien, die Menschen, das Auswandern und das man in Australien allgemein alles etwas lockerer sieht. Das konnten wir am nächsten morgen auch beobachten, denn die jüngste Tochter hat den Schulbus verpasst. Einzige Reaktion: na dann fährst du eben eine Stunde später mit dem Nächsten. Und das ist überhaupt kein Problem In Australien dürfen Schüler bis zu 100 Tage vom Unterricht befreit werden, ohne das Schulahr wiederholen zu müssen - was ist da schon eine Stunde? Take it easy! Schulbildung ist nicht alles, und was lernt man schon in der Schule?! Zu einer besseren Persönlichkeit macht es einen nicht unbedingt...

Dienstag früh sind wir dann endgültig los, zurück nach Annangrove. Vor allem über Nebenstraßen, die eher schlecht waren, aber dafür landschaftlich reizvoll. In einem Café haben wir zufällig noch einen Deutschen kennengelernt - so langsam wird es auffällig!

Schließlich sind wir dann wieder in völliger Dunkelheit angekommen, brauchten aber glücklicherweise kein Zelt aufbauen, sondern konnten wieder in unserem schönen Bus schlafen!


Und was haben wir gelernt? Liebe Leute zu Hause, das schönste was uns in Deutschland verloren gegangen ist, ist die Gemütlichkeit, der Mut, Dinge einfach zu machen, ohne lange zu fragen, ohne uns selbst auszubremsen, verloren ist die Arglosigkeit, denn (fast) alle Meneschen sind nett und freundlich, und verloren ist damit auch viel Gastfreundlichkeit. Wir isolieren uns zunehmens und verlieren somit das Gefühl einer Gemeinschaft, wir sind einander egal, und keiner sorgt sich um den Nächsten. Damit gehen uns so viele schöne gemeinsame Stunden einfach verloren.
Nun denkt aber nicht, dass das alles in ganz Australien so ist. Wir sind in eine ganz tolle Community geraten, ein Haufen enthusiastischer Leute, die ihre alten Käfer und Kombis lieben, eine Truppe, die nur miteinander, jeder für jeden, existieren kann. Solche Gemeinschaften findet man überall auf der Welt, auch in Deutschland.
Und hätte ein Aussie in Deutschland Panne, würde auch er Leute finden, die ihn adoptieren, genau so wie es uns ergangen ist.

Mittwoch, 8. August 2012

Von den Blue Mountains in den Barrington Tops Nationalpark


Schweren Herzens haben wir Jim und Jill dann doch verlassen und haben uns auf den Weg nach Singleton gemacht. Also wie immer nicht direkt. Wir waren zuerst den halben Tag noch wandern und sind dann zu Locki, Jills Bruder nach Windsor gefahren, wo wir die Nacht verbrachten. Von dort sind wir dann aufgebrochen. Unsere Straße führte uns durch dünnbesiedeltes Gebiet, was sich dahingehend bemerkbar machte, dass es einer Strecke von etwa 250km keine Siedlung über 3 Häuser gab und keine Tankstelle! Und das keine 200km von Sydney entfernt.
Plötzlich standen hinter einer Biegung Skulpturen aus Edelstahl und Blech an der Straße und glänzten im Sonnenlicht. Das hat unsere Neugier geweckt! Also hielten wir an und hatten einen kleinen Plausch mit dem Besitzer, Dave Thurston. Recht schnell entschieden wir dort die Nacht zu verbringen. Wir sind also noch ein wenig spazieren gegangen und haben dann Feuerholz gesammelt. So verbrachten wir einen herrlich Abend am Lagerfeuer mit Bratwürsten und vielen alten Geschichten und einem herrlichen Sternenhimmel.
Der alte Dave, was für eine skurrile Persönlichkeit. Stellt euch vor, ihr trefft mitten in der Wildnis einen Kerl, nicht rasiert, lange Haare, die Klamotten könnten von seinem Großvater stammen, aber freundlich und zu einem Plausch gern bereit. Sein Grundstück recht gepflegt, mit einem irren Schrottplatz. Der ist dann auch Ausgangspunkt für seine Figuren.



 diese beiden Figuren sind ein und die selbe,




nur jeweils von hinten oder von vorn


Das ganze war vor Jahren mal eine Tankstelle mit Restaurant, hat sich aber bestimmt nicht mehr rentiert und nun hat Dave alles annektiert. Der Kerl ist nie zur Schule gegangen, hat sich alles selber beigebracht und ist ein toller Künstler geworden, hat Internet und bestimmt ganz viele Menschen denken noch oft an ihn. Also, wenn ihr mal in der Gegend seid, dann nichts wie hin.
Kampen ist bei ihm jederzeit möglich, duschen habt ihr keine, aber dafür Toiletten, Wasser und Strom.
Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns von Dave und fuhren nach Singleton, was von dort aus noch etwa 70km entfernt war. Singleton, so haben wir schnell festgestellt ist eine Bergbaustadt. Es wird vor allem Kohle gefördert, die dann vom Hafen in Newcastle verschifft wird. Wie so viele Bergbaustädte hat auch Singleton nicht übermäßig viel zu bieten. Wir sind daher weiter an den Stausee Lake St. Claire. Wir haben uns sagen lassen, dass man da schön Angeln gehen kann. Stimmt auch, ist herrlich, total verlassen, man hat seine Ruhe und braucht den ganzen Tag niemanden sehen. Bloß fangen tut man halt nichts … hätten bloß um ein Haar wieder ein paar Blinker verloren. Ich glaube mitttlerweile es gibt in Australien gar keine Süßwasserfische und die Männer nehmen das Angeln nur als Vorwand um von ihren Plagen wegzukommen – an sich keine schlechte Idee.

Ernüchtert wie wir nach unseren Angelerfolgen waren haben wir uns gedacht, Lower Hunter Valley zu besichtigen, eines der besten Weinanbaugebiete Australiens. Und es lohnt sich, nicht nur des Weines wegen sondern auch wegen der Landschaft.

 Der Wein wir dort in Hügellagen angebaut und nicht an so steilen Hängen, wie bei uns zumeist. So verbrachten wir auch mal wieder eine Nacht in einem richtigen Bett. Wir haben uns dazu entschieden, in Cressnock in einer Herberge abzusteigen. Dazu hat auch das Wetter beigetragen, es hat nämlich den ganzen Tag geregnet.
                                           unser Bull Bar hat gehalten, nur die Kuh guckt doof


Wie auch den nächsten Tag, an dem wir weiter nach Newcastle sind. Auch Newcastle ist vorrangig durch Industrie geprägt. Allerdings muss es mal eine florierende Hafenmetropole gewesen sein, was viele alte Bauten vermuten lassen.
Ja und dann gings ab in den Barrington Tops NP. Wir hatten uns so aufs Wandern gefreut, aber, aber....
Der Viele Regen hat alles aufgeweicht und so war mit wandern nicht viel los. Wir haben dann eine Runde zum Stausee gemacht, ist auch schön, aber wegen dem so weit fahren ist nicht unbedingt nötig. Später haben wir erfahren, dass der Baumeister 3 solcher Dämme gebaut hat. Allerdings sind 2 davon schon eingestürzt. Welch Glück für uns, denn wir haben unterhalb geschlafen.


Das schärfste war der Campingplatz. Eine kleine Lichtung, direkt am Fluss richtig idyllisch. Nur die Sanitären Anlagen...... nein, die Duschen hatten zwar warm Wasser, aber bei den Russen in Sibirien oder sonst wo kann es nicht schlimmer sein. Total runter gekommen. Na, wir haben es überlebt und sind am nächsten Tag in einen anderen Teil gefahren. 
Da kann man tolle Figuren am Straßenrand stehen sehen

 und die tollsten Maschinen der Neuzeit
                                                der erste fahrende Mischer mit Handkurbel

Die Straße dorthin führt durch total idyllisches sanftes Hügelland bis in die Berge mit alten, natürlich belassenem Regenwald. 

 
Aber leider auch hier das Problem mit dem aufgeweichten Boden. Wandern war also nicht so sehr angesagt.












Und dann begann die Odyssee.
Morgens wollte unser Kamel nicht mehr richtig anspringen und nach vielen Startversuchen mit Spritze und so, hat uns das Starterritzel verlassen und wir mußten uns einen helfenden Schlepper suchen.
                                                       welches Ritzel meinst du?????

 Das war recht unproblematisch, denn nicht weit weg war eine Lodge und der Alte hat uns gerne angeschleppt.
Dann gings weiter bis zur nächsten kleinen Stadt, Dungog, ziemlich verträumt, aber für die Leute hier die Metropole.
Wir haben uns dann einen Berg zum Parken gesucht, denn wir wollten nicht immerzu jemanden zum Anschleppen suchen. Dann gings also los, denn unsere Vorräte gingen zur Neige, aber wir sind gar nicht zum Supermarkt gekommen.
Vor einem Haus sahen wir einen Wohnwagen und da stand ganz groß dran““Die Berliner““. Wir also rüber und mal so geguckt, bei unserem großen Staunen hörten wir eine Stimme rufen, wer denn da am Wohnwagen wäre und das in korrektem Deutsch.
Und so machten wir die Bekanntschaft mit Uschi und Erwin aus Berlin. Zwar waren die schon 50 Jahre nicht mehr dort, hatten aber noch viele Erinnerungen an die alte Zeit.
Sie haben auch versucht, uns mit dem Starter weiter zu helfen, aber hier in AU sind solche Dinge eine Rarität.
Wir also auf in Richtung Sydney, zum Steve, vielleicht weiß der ja Rat.
Auf halbem Weg nochmal schnell tanken, ja nicht das Auto aus machen und dann weiter.
Nach 300 m war dann endgültig Schluss.
Der Keilriemen von der Lichtmaschine ist gerissen und unter den Zahnriemen gekommen, wie, ist uns unerklärlich, aber dadurch haben sich die Steuerzeiten verstellt und die Ventile sind gegen die Kolben gelaufen und Schluss.
Ein Glück, dass wir hier schon im Automobilclub waren, denn die haben gleich Hilfe geschickt und nach 2 Stunden gings Huckepack zurück nach Sydney.


Und hier stehen wir noch solange bis endlich unser neuer Motor aus D hier ankommt.

Am Wochenende werden wir dann schweren Herzens mit nach Valla Beach, zum Volkswagenspektakel, fahren. Unser Kamel muss dann leider hier bleiben, aber davon dann später etwas mehr.

Samstag, 28. Juli 2012

Blue Mountains




Wenn es einen Ort gibt, an dem alle Märchen mal angefangen haben, dann ist es der Grand Canyon in den Blue Mountains, dort wo man das Rauschen des Wassers aus allen Richtungen hört, wo man an jedem Fleckchen eine Fee oder einen lieben Geist erwartet, wo man meint, hinter jeder Biegung, den Hilferuf einer verwunschenen Prinzessin zu hören.



Gut, Märchen beiseite. Es ist wirklich wunderschön. Hier ist noch der Teil Australiens, wo noch üppige Regenwälder wachsen. Wo man lange Zeit keinen Weg fand, um über die 1100 m hohen Berge zu kommen und so dachte man lange Zeit, dass dahinter China liegen würde.
Erst 1813 fand man eine Passage und der Schwindel mit China flog auf.
Den Namen „Blue Mountains“ erhielten sie, weil sie sich in einem ständigen blauen Nebel befinden. Dieser blaue Dunst entsteht durch die ätherischen Öle, die von den vielen Eukalyptusbäumen in die Luft abgegeben werden. Riechen kann man das leider nicht und Eukalyptusbonbons lassen sich daraus auch nicht machen.
Also blieb den Leuten nur übrig, ihren Lebensunterhalt mit Tourismus zu bestreiten.
So wurden seit Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten Wanderwege angelegt, oder besser gesagt, richtige Himmelsleitern.
Wenn ihr euch die riesigen Steilwände anseht, so würdet ihr niemals vermuten, dass gerade die tollkühnsten Treppen darin angelegt wurden. So sind in den Jahrtausenden weichere Sandsteinschichten stärker korrodiert als andere und darin gehen von weitem unsichtbar die Wege und Treppen entlang.








Nicht selten ist man sehr glücklich, dass sich ein Geländer schützend an der Außenseite befindet. Der Lohn für diese Strapazen ist die grandiose Aussicht, die man immer wieder hat.
Die vielen Wasserfälle bilden da eine wunderbare Kulisse. Sie beginnen irgendwo oben, manchmal mit nur wenigen Tropfen und wachsen zu einen Großen zusammen.
Den schönsten Anblick bieten sie in der Morgensonne, wenn sich gerade der Frühnebel verzieht und die frischen Sonnenstrahlen kleine Regenbogenansätze bilden. Die Luft ist kühl und frisch, die beste Voraussetzung für eine schöne Wanderung.
Wir hatten jeden Tag unsere Wasserflaschen dabei, doch nie gebraucht. Das Wasser ist in diesen kleinen Bächen so klar und schmeckt ganz fantastisch, kühl und frisch.





Doch wie sind wir eigentlich hier her gekommen?

Also, wir waren 2 Tage beim Cousin von Steve und als wir zurück kamen, hat er uns eröffnet, dass wir in die Blue Mountains eingeladen wären und so haben wir uns zu Jim und Jill auf den Weg gemacht.
So küssen hier die Bäume die Felsen und wir haben sie dabei belauscht



Wie nicht anders zu erwarten, hat auch Jim einen VW T 3 in der Garage stehen, also alles eine Familie.



Es ist kaum zu beschreiben, mit welcher Herzlichkeit wir dort empfangen wurden.
Das Dinner brutzelte schon im Ofen und wir fühlten uns wie zu Hause und das 4 Tage lang.
Für unser Kamel sind diese Strecken sehr schwierig. Wie das im Gebirge so ist, sind viele Anstiege so steil, dass wir im 2. Gang fahren mussten und dann qualmt der Diesel natürlich. So recht wohl war uns dabei nicht, aber was will man machen.
Am 2.Tag haben wir dann Helmut kennen gelernt, einen Deutschen, der schon seit 1963 hier lebt und so einen Eisenwarenladen hat, wie mein Siedlerbedarf mal war. Ein richtiger Kramladen und da kamen auch gleich die alten Erinnerungen. Am liebsten hätte ich mich mal einen Tag hinter den Ladentisch gestellt.
Bei der ganzen Tour hatten wir natürlich richtig Glück. Jeden Tag eitel Sonnenschein und die Nächte angenehm lau, so dass wir unsere Heizung kaum brauchten.


Montag, 9. Juli 2012

Sydney

Von Canberra über Wollongong nach Sydney …... und noch immer im Back Packer

Nach der Museumstour in Canberra sind wir, natürlich wie immer, zu spät gestartet und waren erst bei Dunkelheit in Wollongong, unserem ersten Etappenziel. Durch puren Zufall haben wir dann aber noch einen Caravanpark gefunden. Das Schlafen im Auto, einfach irgend wo wäre ja kein Problem, aber es geht Nachts oft unter 0° C und wenn wir keinen Strom haben, dann ist es A...kalt in der Karre.
Am nächsten morgen gings auf nach Sydney, ins Hostel YHA, mal wieder ein richtiges Bett.
Etwa eine Zugstunde vor dem Stadtzentrum haben wir das Auto abgestellt, denn in der Innenstadt ist das parken unmöglich. Von dort sind wir die Georg Street runter zur Harbour Bridge und zur Oper, beide sind auf dicht bei einander, beide sind gigantisch, aber die Harbour Bridge ist doch interessanter, stellt sie doch ein riesiges Stück Handwerkskunst des vorigen Jahrhunderts dar. Wir haben auch den Südturm bestiegen und konnten die Entstehung der Brücke in einem Dokumentarfilm nach verfolgen und den besonderen Augenblick erleben, als das Mittelstück damals eingesetzt wurde und auf den Zentimeter gepasst hat und das bei einer Länge von über 550 m.

Na und dann waren wir auch in den Rocks, dem Rest der historischen Altstadt von Sydney. In den 60er Jahren sollte das alles abgerissen werden und es sollten schöne Büros entstehen. Ein paar Aktivisten ist es zu verdanken, dass das nicht geschah, denn sie haben mit einer Art Hausbesetzungen diesen Plan vereitelt. Heute sind alle glücklich darüber und Politiker rühmen sich, das schon immer so gewollt zu haben.




Heute stellt dieser Suburb( Stadtbezirk) neben der Harbour Bridge und der Oper ein Stück Sydneys Identität dar. Ja, aber wenn man die Menschen in dieser Stadt so beobachtet, stellt man fest, dass sie sehr stark asiatisch geprägt ist. So haben auch die Aussies ihre Türken, nur mit dem Unterschied, dass die sich alle Mühe geben sich in das bestehende System zu integrieren. Zwar umfasst Chinatown nur 3-4 Straßenblocks, aber sie sind überall und sind auch ein Teil der Identität geworden.
Nun kennen wir die offiziellen Zahlen nicht, aber Kriminalität oder Sozialbetrug scheint es hier weniger zu geben.
Sydney ist in seiner Flächenausdehnung größer als Paris, hat aber nicht mehr Einwohner als Berlin. Der am weitesten entfernte Stadtbezirk ist 90 Kilometer von Zentrum entfernt. Und das macht auch das ganze Land so unberechenbar groß. Auf der Karte nur ein paar Zentimeter, nur eben mal kurz um die Ecke und dann bist du ein paar Tage unterwegs.
Aber zurück zur Stadt. Für uns der kulturelle Höhepunkt, mit Sacko und Krawatte in die Oper, zum 23. internationalen Musikfestival. Die große Konzerthalle ein Hammer, für 2600 Gäste und nun kommt der eigentliche Hammer, ein komplettes Abbild des großen Musiksaals der Philharmonie in Berlin, nur etwas größer. Stellt sich die Frage, welches Konzerthaus gab es zu erst, wer ist Huhn und wer Ei?
Noch kurz zur Architektur. Die Oper ist natürlich ein architektonisches Highlight, von außen, aber innen eben nur ein Betonbau und das verfolgt einen auf Schritt und Tritt.


Was lobe ich mir da unsere Opernhäuser in Berlin, ausgenommen die Deutsche Oper.




Doch wieder zurück zur Realität, unser Kamel war avisiert und wir gleich los nach Port Kembla. Dort angekommen konnten wir es noch nicht sehen, aber spüren und dann die Enttäuschung. Keine Versicheung, keine australische Zulassung, letzteres nicht mal notwendig und wir kriegen das Auto nicht. Der Zoll, mit Sitz in Sydney, muß auch noch erst frei geben. Also wieder auf nach Sy. Das stellte sich aber als problemlos dar, total freundliche und hilfsbereite Beamte und nach einer Stunde wieder zurück nach Kembla, sind ja nur mal eben 100 Km.Dort angekommen haben wie eine Spedition beauftragt und nach einer Stunde rollte unser Kamel per Huckepack durchs Tor. Fahren durften wir die 300 m nicht.



 Dann haben wir geschlagene 2 Tage gebraucht jemanden zu finden, der sich mit unserer Situation, mit dem Carnet de Passage, auskannte und nun haben wir auch eine Versicherung.
Mittlerweile sind wir auch Mitglied im Australischen Automobilclub und im Falle einer Panne werden wir von jedem, „jedem Ort“ in Australien, abgeschleppt. Aber wir halten trotzdem durch.
Dann wieder zurück nach Sy und den Back Packer zurück geben und dann wollen wir nur einfach raus aus dieser Stadt, denn über Nacht kann man hier nicht stehen, kostet 200 Dollar.
Und wie der Zufall es will, finden wir noch im Dunkeln einen Caravanpark zum Übernachten. Und, als hätten wir den Zufall gepachtet, finden wir am nächsten Tag auf Anhieb eine VW Werkstatt, die Von Steve Müller um die Restarbeiten am Kamel zu machen, die ich in D nicht mehr geschafft habe.
Dieser Steve ist schon ein Kerl, eigene Werkstatt in Zweiter Generation, restauriert neben der Reparatur aller VW und Audi, alte Käfer und T 1 bis T4, fährt mit solch alten Teilen Beschleunigungsrennen auf heimischen Salzseen und ist Inhaber eines Weltrekordes in Guinnesbuch, Motorwechsel beim VW Käfer in 1.04 min.
Er hat uns dann einen ganz tollen Känguruh-Fänger geschenkt, haben wir ein bisschen verändert und schön geputzt und nun ist er wie neu, aus bruchfestem Alu und von Hannes per Hand gebürstet, also ein Unikat an einem Unikat.



 Den Nachtstandplatz gabs gratis in seinem Garten, hatten Strom und Wasser, Dusche in der Werkstatt. An einem Abend sind wir nicht rechtzeitig fertig geworden, da hat er uns die Schlüssel gegeben und wir haben dann auch gleich dort übernachtet.
Dann haben wir noch einen Abstecher nach Sydney gemacht um noch ein paar tolle Fotos mit dem Kamel in Sydney zu haben, aber alles ist so zugebaut und wenn du einen Platz hast, dann kommt sofort ein Aufpasser und scheucht dich weg.
Wie auch immer, wir waren hier und es war sehr schön.