Also erst mal eine tolle Feststellung, wir haben bis jetzt 1379 Seitenaufrufe und dafür möchten wir euch danken.
So, der Motor lässt auf sich warten und so nutzen wir jede Möglichkeit des sinnvollen Zeitvertreibs.
Wir haben uns heute zu einem anderen Oldtimertreffen mit Klaus Müller getroffen, das Foto mit Klaus müssen wir nachreichen.
Jedenfalls war es gänzlich anders als das Treffen in Valla mit den VW`s. Hier waren nicht über 500 sondern vielleicht 250, aber ist auch schon toll.
Bei der Gelegenheit habe ich mir ein anderes Fahrzeug kaufen wollen, aber bis ich mich entschieden hatte waren sie alle schon weg. So muss ich nun weiter auf den Motor für`s Kamel warten.
Übrigens, der Roller mit dem Beiwagen ist ein "Heinkel" !!!!
Schon mal gehört dass Heinkel in Deutschland Roller gebaut hat?
Sonntag, 19. August 2012
Freitag, 17. August 2012
Valla - Sonne, Strand und Volkswagen
Superlative - wer kennt dieses inflationär und meist nur mit Übertreibung gebrauchte Worte nicht, und wem gehet es nicht auch manchmal auf die Nerven. Aber: wir haben sie erlebt. Oder sind über 500 zumeist alte Volkswagen auf einem Zeltplatz, ein 2 km langer Konvoi über einen stark befahrenen Highway und eine komplett für diese VW gesperrte Innenstadt (sowas kennt man doch sonst nur von der Sicherheitsonferenz in München) etwas anderes als ein ganz besonderer Superlativ? Aber was wäre die Steigerung dieses Superlatives gewesen? Na klar! Unser Kamel, mit deutschem Nummernschild und deutsch beflaggt ganz vorn im Konvoi mit Preußens Gloria!
Aber der Reihe nach. Vor etwa 38 Jahren fand das erste VW-Liebhaber Treffen in Valla Beach statt. Es war damals nur für einen Nachmittag und die Resonanz eher mittelmäßig. Dennoch wurde dieses Szenetreffen im zwei Jahres Rhythmus fortgesetzt und gewann nicht nur an Teilnehmern sondern auch an Dauer. 2012 waren wie gesagt etwa 500 Volkswagenliebhaber mit ihren Prunkstücken vor Ort und haben 4 Tage gefeiert, sich ausgetauscht und einander kennengelernt.
Mittwoch Nachmittag haben wir uns in aller Eile fertig gemacht und sind in völliger Hast abgefahren. Uns stand schließlich noch ein 6-7 Stunden langer Trip bevor. Zum Glück nordwärts, ins Warme! Steve Müller, unser Schutzengel, hat uns einen T5 Transporter geliehen und ein Zelt dazu - na klar! Die Fahrt war gut und wir sind ohne Zwischenfälle gegen halb elf in Valla angekommen. Dunkel war´s, der Mond schien helle - doch das Zelt stand nicht in Blitzes schnelle! Verdammt nochmal, das Gras war sacknass und es war nur knapp über null Grad - und wir haben 2 Stunden in der Dunkelheit gebraucht um das Zelt aufzustellen. Völlig frustriert haben wir dann festgestellt, dass unser Stromkabel einen halben Meter zu kurz war! Also das ganze Zelt einen halben Meter verschieben ohne es einzuschmeißen. Hat gerade so geklappt und wir waren zufrieden, dass es halbwegs grade stand. Der Rest war uns egal. Am nächsten Morgen dann die schlechte Nachricht: wir müssen umziehen. Im Hellen stand das Zelt dank unserer nächtlichen Trainingseinheit dann aber in 10 Minuten!
Anschließend ging es zur Rennstrecke! An diesem Tag haben sich die Rennfahrer auf den großen Rennfreitag vorbereitet. Das war ein Spektakel: herrliche Rennkäfer und Steve Müller natürlich als Exot mit einem T2!
Am Samstag stand dann der Konvoi an. Von Valla nach Numbucca Heads. Zuerst hat man uns den Highway gesperrt und dann die Hauptstraße durch
Numbucca Heads. Dazu bestes Sommerwetter, wie wir es in Deutschland schon gar nicht mehr kennen, so richtig mit Sonne und warm! Und dann all diese Volkswagen ... lassen wir einfach die Bilder sprechen ...
Am Sonntag war dann nochmal Autoschau mit ein bischen gucken, quatschen und Ersatzteile schachern. Dabei haben wir Klaus Müller kennengelernt, der uns auch eingeladen hat, genauso wie Phil und Joan Lander, Bruce und ein paar andere nette Leute ...
Abends gab es dann einen Dokumentarfilm über den Bulli, genannt: "The Bus" und ein herrliches Abschlussfeuerwerk. Damit war dann das VW Spectakel 2012 offiziell beendet - wir hätten gern noch ein paar Wochen drangehangen.
Montag daher etwas gedrückte Stimung zum Abschied von all den lieben Leuten die wir kennengelernt haben und zur Abreise. Einen Lichtblick gab es aber: eine wildfremde Frau hat uns noch schnell die Adresse eines deutschen Mechanikers in Tuncurry gegeben, der vor 2 Jahren mit seiner Familie nach Australien ausgewandert war.
Auf dem Weg nach Tuncurry haben wir dann aber schnell nochmal in Port Maquarie bei Hartmut angehalten. Wir konnten es uns allerdings nicht verkneifen, vorher noch zu einer deutschen Bäckerei zu fahren und schönen Kuchen zu kaufen! Ohne wollte wir nicht bei Hartmut aufschlagen. Dementsprechend wurden wir dann auch von ihm und seiner Frau Elke empfangen und es sollte ein etwas längerer Nachmittag werden. Wir mussten uns also sputen, um noch rechtzeitig nach Tuncurry zu kommen. Und siehe da, Martin, der Mechaniker aus München, war schon nicht mehr in seiner Werkstatt. In der Tankstelle nebenan haben wir aber glücklicherweise eine Visitenkarte von ihm bekommen.
Wir also den guten Martin angerufen. Eine knappe Stunde später, es wurde schon dämmrig, standen wir in seinem Garten und taten das, worin wir schon routiniert waren: Zelt aufbauen! Abends haben wir dann lange mit Isabel und Martin auf der Terasse gesessen und geplaudert. Über das Leben in Australien, die Menschen, das Auswandern und das man in Australien allgemein alles etwas lockerer sieht. Das konnten wir am nächsten morgen auch beobachten, denn die jüngste Tochter hat den Schulbus verpasst. Einzige Reaktion: na dann fährst du eben eine Stunde später mit dem Nächsten. Und das ist überhaupt kein Problem In Australien dürfen Schüler bis zu 100 Tage vom Unterricht befreit werden, ohne das Schulahr wiederholen zu müssen - was ist da schon eine Stunde? Take it easy! Schulbildung ist nicht alles, und was lernt man schon in der Schule?! Zu einer besseren Persönlichkeit macht es einen nicht unbedingt...
Dienstag früh sind wir dann endgültig los, zurück nach Annangrove. Vor allem über Nebenstraßen, die eher schlecht waren, aber dafür landschaftlich reizvoll. In einem Café haben wir zufällig noch einen Deutschen kennengelernt - so langsam wird es auffällig!
Schließlich sind wir dann wieder in völliger Dunkelheit angekommen, brauchten aber glücklicherweise kein Zelt aufbauen, sondern konnten wieder in unserem schönen Bus schlafen!
Und was haben wir gelernt? Liebe Leute zu Hause, das schönste was uns in Deutschland verloren gegangen ist, ist die Gemütlichkeit, der Mut, Dinge einfach zu machen, ohne lange zu fragen, ohne uns selbst auszubremsen, verloren ist die Arglosigkeit, denn (fast) alle Meneschen sind nett und freundlich, und verloren ist damit auch viel Gastfreundlichkeit. Wir isolieren uns zunehmens und verlieren somit das Gefühl einer Gemeinschaft, wir sind einander egal, und keiner sorgt sich um den Nächsten. Damit gehen uns so viele schöne gemeinsame Stunden einfach verloren.
Nun denkt aber nicht, dass das alles in ganz Australien so ist. Wir sind in eine ganz tolle Community geraten, ein Haufen enthusiastischer Leute, die ihre alten Käfer und Kombis lieben, eine Truppe, die nur miteinander, jeder für jeden, existieren kann. Solche Gemeinschaften findet man überall auf der Welt, auch in Deutschland.
Und hätte ein Aussie in Deutschland Panne, würde auch er Leute finden, die ihn adoptieren, genau so wie es uns ergangen ist.
Mittwoch, 8. August 2012
Von den Blue Mountains in den Barrington Tops Nationalpark
Schweren Herzens haben wir Jim und Jill
dann doch verlassen und haben uns auf den Weg nach Singleton gemacht.
Also wie immer nicht direkt. Wir waren zuerst den halben Tag noch
wandern und sind dann zu Locki, Jills Bruder nach Windsor gefahren,
wo wir die Nacht verbrachten. Von dort sind wir dann aufgebrochen.
Unsere Straße führte uns durch dünnbesiedeltes Gebiet, was sich
dahingehend bemerkbar machte, dass es einer Strecke von etwa 250km
keine Siedlung über 3 Häuser gab und keine Tankstelle! Und das
keine 200km von Sydney entfernt.
Plötzlich standen hinter einer Biegung
Skulpturen aus Edelstahl und Blech an der Straße und glänzten im
Sonnenlicht. Das hat unsere Neugier geweckt! Also hielten wir an und
hatten einen kleinen Plausch mit dem Besitzer, Dave Thurston. Recht
schnell entschieden wir dort die Nacht zu verbringen. Wir sind also
noch ein wenig spazieren gegangen und haben dann Feuerholz gesammelt.
So verbrachten wir einen herrlich Abend am Lagerfeuer mit Bratwürsten
und vielen alten Geschichten und einem herrlichen Sternenhimmel.
Der alte Dave, was für eine skurrile
Persönlichkeit. Stellt euch vor, ihr trefft mitten in der Wildnis
einen Kerl, nicht rasiert, lange Haare, die Klamotten könnten von
seinem Großvater stammen, aber freundlich und zu einem Plausch gern
bereit. Sein Grundstück recht gepflegt, mit einem irren
Schrottplatz. Der ist dann auch Ausgangspunkt für seine Figuren.
diese beiden Figuren sind ein und die selbe,
nur jeweils von hinten oder von vorn
Das ganze war vor Jahren mal eine
Tankstelle mit Restaurant, hat sich aber bestimmt nicht mehr rentiert
und nun hat Dave alles annektiert. Der Kerl ist nie zur Schule
gegangen, hat sich alles selber beigebracht und ist ein toller
Künstler geworden, hat Internet und bestimmt ganz viele Menschen
denken noch oft an ihn. Also, wenn ihr mal in der Gegend seid, dann
nichts wie hin.
Kampen ist bei ihm jederzeit möglich,
duschen habt ihr keine, aber dafür Toiletten, Wasser und Strom.
Am nächsten Tag verabschiedeten wir
uns von Dave und fuhren nach Singleton, was von dort aus noch etwa
70km entfernt war. Singleton, so haben wir schnell festgestellt ist
eine Bergbaustadt. Es wird vor allem Kohle gefördert, die dann vom
Hafen in Newcastle verschifft wird. Wie so viele Bergbaustädte hat
auch Singleton nicht übermäßig viel zu bieten. Wir sind daher
weiter an den Stausee Lake St. Claire. Wir haben uns sagen lassen,
dass man da schön Angeln gehen kann. Stimmt auch, ist herrlich,
total verlassen, man hat seine Ruhe und braucht den ganzen Tag
niemanden sehen. Bloß fangen tut man halt nichts … hätten bloß
um ein Haar wieder ein paar Blinker verloren. Ich glaube
mitttlerweile es gibt in Australien gar keine Süßwasserfische und
die Männer nehmen das Angeln nur als Vorwand um von ihren Plagen
wegzukommen – an sich keine schlechte Idee.
Ernüchtert wie wir nach unseren
Angelerfolgen waren haben wir uns gedacht, Lower Hunter Valley zu
besichtigen, eines der besten Weinanbaugebiete Australiens. Und es
lohnt sich, nicht nur des Weines wegen sondern auch wegen der
Landschaft.
Der Wein wir dort in Hügellagen angebaut und nicht an so
steilen Hängen, wie bei uns zumeist. So verbrachten wir auch mal
wieder eine Nacht in einem richtigen Bett. Wir haben uns dazu
entschieden, in Cressnock in einer Herberge abzusteigen. Dazu hat
auch das Wetter beigetragen, es hat nämlich den ganzen Tag geregnet.
unser Bull Bar hat gehalten, nur die Kuh guckt doof
Wie auch den nächsten Tag, an dem wir
weiter nach Newcastle sind. Auch Newcastle ist vorrangig durch
Industrie geprägt. Allerdings muss es mal eine florierende
Hafenmetropole gewesen sein, was viele alte Bauten vermuten lassen.
Ja und dann gings ab in den Barrington
Tops NP. Wir hatten uns so aufs Wandern gefreut, aber, aber....
Der Viele Regen hat alles aufgeweicht
und so war mit wandern nicht viel los. Wir haben dann eine Runde zum
Stausee gemacht, ist auch schön, aber wegen dem so weit fahren ist
nicht unbedingt nötig. Später haben wir erfahren, dass der
Baumeister 3 solcher Dämme gebaut hat. Allerdings sind 2 davon schon
eingestürzt. Welch Glück für uns, denn wir haben unterhalb
geschlafen.
Das schärfste war der Campingplatz.
Eine kleine Lichtung, direkt am Fluss richtig idyllisch. Nur die
Sanitären Anlagen...... nein, die Duschen hatten zwar warm Wasser,
aber bei den Russen in Sibirien oder sonst wo kann es nicht schlimmer
sein. Total runter gekommen. Na, wir haben es überlebt und sind am
nächsten Tag in einen anderen Teil gefahren.
Da kann man tolle Figuren am Straßenrand stehen sehen
und die tollsten Maschinen der Neuzeit
Die Straße dorthin führt durch total
idyllisches sanftes Hügelland bis in die Berge mit alten, natürlich
belassenem Regenwald.
Aber leider auch hier das Problem mit
dem aufgeweichten Boden. Wandern war also nicht so sehr angesagt.
Und dann begann die Odyssee.
Morgens wollte unser Kamel nicht mehr
richtig anspringen und nach vielen Startversuchen mit Spritze und so,
hat uns das Starterritzel verlassen und wir mußten uns einen
helfenden Schlepper suchen.
welches Ritzel meinst du?????
Das war recht unproblematisch, denn nicht
weit weg war eine Lodge und der Alte hat uns gerne angeschleppt.
Dann gings weiter bis zur nächsten
kleinen Stadt, Dungog, ziemlich verträumt, aber für die Leute hier
die Metropole.
Wir haben uns dann einen Berg zum
Parken gesucht, denn wir wollten nicht immerzu jemanden zum
Anschleppen suchen. Dann gings also los, denn unsere Vorräte gingen
zur Neige, aber wir sind gar nicht zum Supermarkt gekommen.
Vor einem Haus sahen wir einen
Wohnwagen und da stand ganz groß dran““Die Berliner““. Wir
also rüber und mal so geguckt, bei unserem großen Staunen hörten
wir eine Stimme rufen, wer denn da am Wohnwagen wäre und das in
korrektem Deutsch.
Und so machten wir die Bekanntschaft
mit Uschi und Erwin aus Berlin. Zwar waren die schon 50 Jahre nicht
mehr dort, hatten aber noch viele Erinnerungen an die alte Zeit.
Sie haben auch versucht, uns mit dem
Starter weiter zu helfen, aber hier in AU sind solche Dinge eine
Rarität.
Wir also auf in Richtung Sydney, zum
Steve, vielleicht weiß der ja Rat.
Auf halbem Weg nochmal schnell tanken,
ja nicht das Auto aus machen und dann weiter.
Nach 300 m war dann endgültig Schluss.
Der Keilriemen von der Lichtmaschine
ist gerissen und unter den Zahnriemen gekommen, wie, ist uns
unerklärlich, aber dadurch haben sich die Steuerzeiten verstellt und
die Ventile sind gegen die Kolben gelaufen und Schluss.
Ein Glück, dass wir hier schon im
Automobilclub waren, denn die haben gleich Hilfe geschickt und nach 2
Stunden gings Huckepack zurück nach Sydney.
Und hier stehen wir noch solange bis
endlich unser neuer Motor aus D hier ankommt.
Am Wochenende werden wir dann schweren
Herzens mit nach Valla Beach, zum Volkswagenspektakel, fahren. Unser
Kamel muss dann leider hier bleiben, aber davon dann später etwas
mehr.
Samstag, 28. Juli 2012
Blue Mountains
Wenn es einen Ort gibt, an
dem alle Märchen mal angefangen haben, dann ist es der Grand Canyon
in den Blue Mountains, dort wo man das Rauschen des Wassers aus allen
Richtungen hört, wo man an jedem Fleckchen eine Fee oder einen
lieben Geist erwartet, wo man meint, hinter jeder Biegung, den
Hilferuf einer verwunschenen Prinzessin zu hören.
Gut, Märchen beiseite. Es
ist wirklich wunderschön. Hier ist noch der Teil Australiens, wo
noch üppige Regenwälder wachsen. Wo man lange Zeit keinen Weg fand,
um über die 1100 m hohen Berge zu kommen und so dachte man lange
Zeit, dass dahinter China liegen würde.
Erst 1813 fand man eine
Passage und der Schwindel mit China flog auf.
Den Namen „Blue
Mountains“ erhielten sie, weil sie sich in einem ständigen blauen
Nebel befinden. Dieser blaue Dunst entsteht durch die ätherischen
Öle, die von den vielen Eukalyptusbäumen in die Luft abgegeben
werden. Riechen kann man das leider nicht und Eukalyptusbonbons
lassen sich daraus auch nicht machen.
Also blieb den Leuten nur
übrig, ihren Lebensunterhalt mit Tourismus zu bestreiten.
So wurden seit Mitte des
19. Jahrhunderts die ersten Wanderwege angelegt, oder besser gesagt,
richtige Himmelsleitern.
Wenn ihr euch die riesigen
Steilwände anseht, so würdet ihr niemals vermuten, dass gerade die
tollkühnsten Treppen darin angelegt wurden. So sind in den
Jahrtausenden weichere Sandsteinschichten stärker korrodiert als
andere und darin gehen von weitem unsichtbar die Wege und Treppen
entlang.
Nicht selten ist man sehr
glücklich, dass sich ein Geländer schützend an der Außenseite
befindet. Der Lohn für diese Strapazen ist die grandiose Aussicht,
die man immer wieder hat.
Die vielen Wasserfälle
bilden da eine wunderbare Kulisse. Sie beginnen irgendwo oben,
manchmal mit nur wenigen Tropfen und wachsen zu einen Großen
zusammen.
Den schönsten Anblick
bieten sie in der Morgensonne, wenn sich gerade der Frühnebel
verzieht und die frischen Sonnenstrahlen kleine Regenbogenansätze
bilden. Die Luft ist kühl und frisch, die beste Voraussetzung für
eine schöne Wanderung.
Wir hatten jeden Tag
unsere Wasserflaschen dabei, doch nie gebraucht. Das Wasser ist in
diesen kleinen Bächen so klar und schmeckt ganz fantastisch, kühl
und frisch.
Doch wie sind wir
eigentlich hier her gekommen?
Also, wir waren 2 Tage
beim Cousin von Steve und als wir zurück kamen, hat er uns eröffnet,
dass wir in die Blue Mountains eingeladen wären und so haben wir uns
zu Jim und Jill auf den Weg gemacht.
So küssen hier die Bäume
die Felsen und wir haben sie dabei belauscht
Wie nicht anders zu
erwarten, hat auch Jim einen VW T 3 in der Garage stehen, also alles
eine Familie.
Es ist kaum zu
beschreiben, mit welcher Herzlichkeit wir dort empfangen wurden.
Das Dinner brutzelte schon
im Ofen und wir fühlten uns wie zu Hause und das 4 Tage lang.
Für unser Kamel sind
diese Strecken sehr schwierig. Wie das im Gebirge so ist, sind viele
Anstiege so steil, dass wir im 2. Gang fahren mussten und dann qualmt
der Diesel natürlich. So recht wohl war uns dabei nicht, aber was
will man machen.
Am 2.Tag haben wir dann
Helmut kennen gelernt, einen Deutschen, der schon seit 1963 hier lebt
und so einen Eisenwarenladen hat, wie mein Siedlerbedarf mal war. Ein
richtiger Kramladen und da kamen auch gleich die alten Erinnerungen.
Am liebsten hätte ich mich mal einen Tag hinter den Ladentisch
gestellt.
Bei der ganzen Tour hatten
wir natürlich richtig Glück. Jeden Tag eitel Sonnenschein und die
Nächte angenehm lau, so dass wir unsere Heizung kaum brauchten.
Montag, 9. Juli 2012
Sydney
Von
Canberra über Wollongong nach Sydney …... und noch immer im Back
Packer
Nach
der Museumstour in Canberra sind wir, natürlich wie immer, zu spät
gestartet und waren erst bei Dunkelheit in Wollongong, unserem ersten
Etappenziel. Durch puren Zufall haben wir dann aber noch einen
Caravanpark gefunden. Das Schlafen im Auto, einfach irgend wo wäre
ja kein Problem, aber es geht Nachts oft unter 0° C und wenn wir
keinen Strom haben, dann ist es A...kalt in der Karre.
Am
nächsten morgen gings auf nach Sydney, ins Hostel YHA, mal wieder
ein richtiges Bett.
Etwa
eine Zugstunde vor dem Stadtzentrum haben wir das Auto abgestellt,
denn in der Innenstadt ist das parken unmöglich. Von dort sind wir die
Georg Street runter zur Harbour Bridge und zur Oper, beide sind auf
dicht bei einander, beide sind gigantisch, aber die Harbour Bridge
ist doch interessanter, stellt sie doch ein riesiges Stück
Handwerkskunst des vorigen Jahrhunderts dar. Wir haben auch den
Südturm bestiegen und konnten die Entstehung der Brücke in einem
Dokumentarfilm nach verfolgen und den besonderen Augenblick erleben,
als das Mittelstück damals eingesetzt wurde und auf den Zentimeter
gepasst hat und das bei einer Länge von über 550 m.
Na
und dann waren wir auch in den Rocks, dem Rest der historischen
Altstadt von Sydney. In den 60er Jahren sollte das alles abgerissen
werden und es sollten schöne Büros entstehen. Ein paar Aktivisten
ist es zu verdanken, dass das nicht geschah, denn sie haben mit einer
Art Hausbesetzungen diesen Plan vereitelt. Heute sind alle glücklich
darüber und Politiker rühmen sich, das schon immer so gewollt zu
haben.
Heute stellt dieser Suburb( Stadtbezirk) neben der Harbour Bridge und der Oper ein Stück Sydneys Identität dar. Ja, aber wenn man die Menschen in dieser Stadt so beobachtet, stellt man fest, dass sie sehr stark asiatisch geprägt ist. So haben auch die Aussies ihre Türken, nur mit dem Unterschied, dass die sich alle Mühe geben sich in das bestehende System zu integrieren. Zwar umfasst Chinatown nur 3-4 Straßenblocks, aber sie sind überall und sind auch ein Teil der Identität geworden.
Heute stellt dieser Suburb( Stadtbezirk) neben der Harbour Bridge und der Oper ein Stück Sydneys Identität dar. Ja, aber wenn man die Menschen in dieser Stadt so beobachtet, stellt man fest, dass sie sehr stark asiatisch geprägt ist. So haben auch die Aussies ihre Türken, nur mit dem Unterschied, dass die sich alle Mühe geben sich in das bestehende System zu integrieren. Zwar umfasst Chinatown nur 3-4 Straßenblocks, aber sie sind überall und sind auch ein Teil der Identität geworden.
Nun
kennen wir die offiziellen Zahlen nicht, aber Kriminalität oder
Sozialbetrug scheint es hier weniger zu geben.
Sydney
ist in seiner Flächenausdehnung größer als Paris, hat aber nicht
mehr Einwohner als Berlin. Der am weitesten entfernte Stadtbezirk ist
90 Kilometer von Zentrum entfernt. Und das macht auch das ganze Land
so unberechenbar groß. Auf der Karte nur ein paar Zentimeter, nur
eben mal kurz um die Ecke und dann bist du ein paar Tage unterwegs.
Aber
zurück zur Stadt. Für uns der kulturelle Höhepunkt, mit Sacko und
Krawatte in die Oper, zum 23. internationalen Musikfestival. Die
große Konzerthalle ein Hammer, für 2600 Gäste und nun kommt der
eigentliche Hammer, ein komplettes Abbild des großen Musiksaals der
Philharmonie in Berlin, nur etwas größer. Stellt sich die Frage,
welches Konzerthaus gab es zu erst, wer ist Huhn und wer Ei?
Noch
kurz zur Architektur. Die Oper ist natürlich ein architektonisches
Highlight, von außen, aber innen eben nur ein Betonbau und das
verfolgt einen auf Schritt und Tritt.
Doch
wieder zurück zur Realität, unser Kamel war avisiert und wir gleich
los nach Port Kembla. Dort angekommen konnten wir es noch nicht
sehen, aber spüren und dann die Enttäuschung. Keine Versicheung,
keine australische Zulassung, letzteres nicht mal notwendig und wir
kriegen das Auto nicht. Der Zoll, mit Sitz in Sydney, muß auch noch
erst frei geben. Also wieder auf nach Sy. Das stellte sich aber als
problemlos dar, total freundliche und hilfsbereite Beamte und nach
einer Stunde wieder zurück nach Kembla, sind ja nur mal eben 100
Km.Dort angekommen haben wie eine Spedition beauftragt und nach einer
Stunde rollte unser Kamel per Huckepack durchs Tor. Fahren durften
wir die 300 m nicht.
Dann
haben wir geschlagene 2 Tage gebraucht jemanden zu finden, der sich
mit unserer Situation, mit dem Carnet de Passage, auskannte und nun
haben wir auch eine Versicherung.
Mittlerweile
sind wir auch Mitglied im Australischen Automobilclub und im Falle
einer Panne werden wir von jedem, „jedem Ort“ in Australien,
abgeschleppt. Aber wir halten trotzdem durch.
Dann
wieder zurück nach Sy und den Back Packer zurück geben und dann
wollen wir nur einfach raus aus dieser Stadt, denn über Nacht kann
man hier nicht stehen, kostet 200 Dollar.
Und
wie der Zufall es will, finden wir noch im Dunkeln einen Caravanpark
zum Übernachten. Und, als hätten wir den Zufall gepachtet, finden
wir am nächsten Tag auf Anhieb eine VW Werkstatt, die Von Steve
Müller um die Restarbeiten am Kamel zu machen, die ich in D nicht
mehr geschafft habe.
Dieser
Steve ist schon ein Kerl, eigene Werkstatt in Zweiter
Generation, restauriert neben der Reparatur aller VW und Audi, alte Käfer
und T 1 bis T4, fährt mit solch alten Teilen Beschleunigungsrennen auf
heimischen Salzseen und ist Inhaber eines Weltrekordes in
Guinnesbuch, Motorwechsel beim VW Käfer in 1.04 min.
Er
hat uns dann einen ganz tollen Känguruh-Fänger geschenkt, haben wir
ein bisschen verändert und schön geputzt und nun ist er wie neu,
aus bruchfestem Alu und von Hannes per Hand gebürstet, also ein
Unikat an einem Unikat.
Den
Nachtstandplatz gabs gratis in seinem Garten, hatten Strom und
Wasser, Dusche in der Werkstatt. An einem Abend sind wir nicht
rechtzeitig fertig geworden, da hat er uns die Schlüssel gegeben und
wir haben dann auch gleich dort übernachtet.
Dann
haben wir noch einen Abstecher nach Sydney gemacht um noch ein paar
tolle Fotos mit dem Kamel in Sydney zu haben, aber alles ist so zugebaut
und wenn du einen Platz hast, dann kommt sofort ein Aufpasser und
scheucht dich weg.
Wie
auch immer, wir waren hier und es war sehr schön.
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